Eine kurze Replik auf Fabian Schmid, DerStandard, 04.09.2026

Statement von Schule Brennt

Zu den Angriffen von Fabian Schmid

Der Investigativjournalist Fabian Schmid hat recherchiert und im DerStandard am 04.September seine Ergebnisse präsentiert. Vielleicht aus Frust hat er dabei das gemacht, was liberale Journalisten oft machen, wenn es um antimuslimischen Rassismus geht. Muslime - Antisemitismus, diese Assoziationskette ist uns leider allzusehr bekannt. In seinem Artikel hat es dieses Mal die RKP und den Young Struggle getroffen. Kritisiert werden diese, weil sie aus ihrer Hamas-Unterstützung keinen Hehl machen. Nun sind wir keine Gruppe von Investigativjournalist:innen und unsere Aufgabe als Schule Brennt ist es auch nicht die Arbeit des Leitenden Redakteurs Investigativ des DerStandards zu beurteilen. Mit nur einem Beispiel wollen wir nur kurz darauf hinweisen, mit welchen Mitteln hier Herr Schmid arbeitet: Schmid wiederholt einen Vorwurf aus einem Standard-Artikel, wo sie ein Zitat eines rechten (!) Instagram-Users als Position der RKP ausgeben. Die RKP hat diesen Vorwurf längst schon zurückgewiesen (1). Mit dem Vorwurf der Hamas-Unterstützung fällt der Standard dann sogar noch auf Boulevard-Niveau. Jede Person kann die Position der RKP zu Israel-Palästina lesen und sich selbst ein Bild machen (2). Jedenfalls unterstützt die RKP nicht die Hamas. Im Gegenzug sei auch gesagt, dass auch Schule Brennt sich deutlich gegen die israelische Sieldungspolitik und den Genozid an den Palästinenser:innen ausspricht. Eine Kritik am Staat Israel ist kein Antisemitismus. Vielmehr ist es antisemitisch den Staat Israel mit Jüd:innen gleichzusetzen oder ihn gar als Ausdruck des monolithisch gedachten Judentums zu identifizieren.

Das Wichtigste ist bei solchen Diskussionen jedoch damit aus dem Blick geraten. Das hier denunzierte Bündnis setzt sich aktiv gegen das diskriminierende Kopftuchverbot und gegen die Militarisierung der EU ein. Nicht mehr, nicht weniger. Unsere Allianz behandelt diese Themen. Wir als Schule Brennt kämpfen jeden Tag an vorderster Front gegen Antisemitismus und Antimulimischen Rassismus, wir lassen uns daher auch im Bündnis nicht gegeneinander ausspielen. Wir erkennen hinter diesem Vorwurf, vor allem auch eine Herrschaftsstrategie. Von linken Gruppen und Bewegungen wird oft verlangt, sie müssten ideologisch rein oder perfekt sein. Niemand würde das von Befürwortern des Kopftuchverbots verlangen und um genau das geht es! Perfektion im Sinne einer bürgerlichen Reinheit gibt's nicht. Gerade als Lehrer:innen wissen wir mit dieser Ambiguitätstoleranz zu arbeiten und gleichzeitig unseren Kampf gegen jede Form der Ausbeutung, Diskriminierung und Unterdrückung zu führen.

Wir distanzieren uns daher von Fabian Schmid und seinen haltlosen Vorwürfen und empfehlen dem Standard Investigativjournalist:innen einzustellen, die auch tatsächlich recherchieren und nicht billge Politik als qualitätsvollen Journalismus präsentieren. Wir als Lehrer:innen könnten uns jedenfalls in der Schule nicht erlauben, so schlecht informiert zu sein.